BORWEDE
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Schützenverein Borwede und Umgebung e. V.

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Rückblick auf die Vereinsgeschichte              

125 Jahre Schützenverein Borwede

Ob Heinrich Raven damit gerechnet hätte? Das seine Idee, einen Schützenverein in Borwede zu gründen, zur Folge hat, dass das 125 Jahre später mit rund 1.000 erwarteten Gästen gefeiert wird? Darüber lässt sich nur spekulieren. Fakt ist, dass Raven, der aus Affinghausen nach Borwede gezogen war und aus seiner Heimat die Schützenvereine kannte, mit seiner Idee im Dorf auf Zustimmung traf: 1901 wurde in Hoopmanns Gaststätte der Schützenverein gegründet, der erste im heutigen Stadtgebiet. Der erste Vorsitzende war Dietrich Hoopmann. Heute hat Jan Hartendorf diesen Posten inne und wirft mit Archivar Martin Meyer-Hohnstedt einen Blick in die Vereinsgeschichte.

Die Aufzeichnungen über die ersten Vereinsjahrzehnte sind im Zuge des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen, schildern die beiden. Doch dank persönlicher Erinnerungen von Dietrich Hadler und Befragungen der ersten Vereinsmitglieder durch Friedel Janzen lässt sich die Vereinsgeschichte grob nachzeichnen. Und seitdem der Verein 1951, nach der Zwangspause aufgrund des Zweiten Weltkrieges, wieder gegründet wurde, ist das Vereinsleben protokolliert. Manche Anekdoten werden auch mündlich von Generation zu Generation weitergegeben – der Schützenverein hat einen hohen Stellenwert im Dorf und der Umgebung, sagen Hartendorf und Meyer-Hohnstedt. Apropos: 1966 öffnete sich der Schützenverein Borwede, trägt seitdem den Zusatz „und Umgebung“. Nur zwei Jahre später wurde Helmut Meyer, damals Ellinghäuser, König. „Obwohl der Verein sich erst nur unter der Voraussetzung öffnen wollte, dass nur Borweder Könige werden dürfen“, erinnert sich Archivar Martin Meyer-Hohnstedt. 

Ein Titel, den die Mitglieder des Vereins mit Stolz tragen – eine Republik musste der Verein in seiner Geschichte noch nie ausrufen. Nur einmal, da musste das Königsschießen wiederholt werden: 1921 wurde die neue Majestät zuhause von der Ehefrau mit dem Besen empfangen. Er gab die Königswürde zurück, eine Woche später wurde ein neuer König ausgeschossen. Geschossen wurde früher auf eine große Eisenscheibe. Wurde das Zentrum getroffen, sprang eine weibliche Figur, genannt „Karline“, heraus. „Karline steht für weibliche Stärke und die Freie“, erklärt Martin Meyer-Hohnstedt. „Und diese Schützenscheibe ist von 1901 – da haben wir schon gesehen, wie wichtig Frauen sind“, schmunzelt er. Bis 2004 fand das Königsschießen immer zwei Wochen vor dem Fest statt. Seit die Festtage von sonntags und montags auf sonnabends und sonntags gelegt wurden, wird der König aber am Schützenfestsonntag ausgeschossen. So ist auch klar, welche Majestät die kürzeste Amtszeit im Verein hat: Dietmar Meyer regierte 2004 das Schützenvolk für nur 14 Tage.

Das Schützenfest wurde zunächst noch Anfang Mai gefeiert, erst in der Gaststätte Hoopmann, später im Wald zwischen Bahn und Bundesstraße. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Feste einige Jahre in einer Scheune auf dem Hof Ehlers gefeiert, seit 1934 am heutigen Standort an der Bundesstraße. Über Jahrzehnte war die Gastwirtsfamilie Witte Vereinswirt, richtete das Fest erst in einer Scheune aus, später in einem Zelt – so wie auch heute noch. In den 1960er Jahren wurde das Schützenfest von Anfang Mai auf das vierte Juli-Wochenende gelegt. Musik war und ist bis heute fester Bestandteil des Festes: Die „legendäre Hammansche Kapelle“, so Archivar Meyer-Hohnstedt, begleitete das Schützenfest über Jahrzehnte. Als in Ehlers Scheune gefeiert wurde, gab es ein besonderes Bild: Der Schulmeister habe sich in diesen Jahren in einem kleinen Milchfuhrwerk durchs Dorf fahren lassen und schlug, im Wagen liegend, auf einer großen Trommel den Takt für den Umzug. Diese Tradition wurde später wieder aufgenommen: „Martin, du musst heute Musik machen“, mit diesen Worten habe der damalige Vorsitzende Walter Gammelin bei ihm bei der Arbeit angerufen, als ein Spielmannszug spontan abgesagt hatte, erinnert sich Meyer-Hohnstedt. Gesagt, getan: Er selbst an der Pauke und Detlef Köstermann am Akkordeon sorgten für die musikalische Untermalung. Im Jahr 2001 schraubte Meyer-Hohnstedt sogar ein Schlagzeug auf einen Autoanhänger, spielte von dort gemeinsam mit Detlef Köstermann am Akkordeon und Christoph Mattheis am Saxophon. Seit das Schützenfest auf das Wochenende gelegt ist, begleiten die Spielmannszüge Scharrendorf-Stöttinghausen und Natenstedt das Fest, Improvisation ist an dieser Stelle nicht mehr gefragt. Traditionell spielt am Samstagabend auch immer eine Live-Band.

Neben dem Feiern spielte auch der Schießsport eine große Rolle im Verein.1955 wurde in Eigenleistung ein Kleinkaliberstand gebaut, 1986 ein neuer Luftgewehrstand. Ein Meilenstein für den Verein war, als 2001, ebenfalls in Eigenleistung, eine Schützenhalle als Ergänzung zum Schießstand gebaut wurde. Schießsport-, Pokalschießsport- und Jugendschießsportgruppe hatten über Jahre Erfolg, in den 1980er-Jahren gab es sogar eine gesonderte Schießsportgruppe Ridderade. Und weil in dieser Zeit immer mehr Damen in die schon 1966 gegründete Damenriege des Vereins eintraten und ebenfalls eine eigene Schießsportgruppe hatten, wurde schon 1986 mit Irmgard Horstmann die erste Frau in den Vorstand berufen. Sogar zwei Jahre früher, 1984, waren in Borwede alle drei Königsthrone von Frauen besetzt: Gerda Windhorst als Königin, Anke Hannekum als Jungschützenkönigin und Dorit Hotze als Kinderkönigin führten das Schützenvolk.

Auch die Kinder gehörten schon früh selbstverständlich zum Vereinsleben: Seit 1962 wurden die Kinderkönige aufgezeichnet, aber bereits ein Bild aus dem Jahr 1958 zeigt einen Kinderkönig in geschmückter Kutsche – damals von Pferden gezogen, heute kommen beim Umzug immer noch Kutschen zum Einsatz, werden aber von Oldtimer-Traktoren bewegt. Und auch die Jugend hat das Vereinsleben immer geprägt: 1973 gründete sich die Jungschützenriege, war über Jahre aufgrund der Hemdenfarbe als „Gelbe Gefahr“ bekannt. Viele neue Mitglieder kommen über die Jungschützenriege in den Verein. Der hat heute knapp 300 Mitglieder – obwohl das Dorf Borwede nur gut 190 Einwohner hat. Zum Jubiläum am Sonnabend, 25. Juli, wollen die Mitglieder dann ihr 125-jähriges Bestehen kräftig feiern, ab 16 Uhr werden die Gastvereine auf dem Festplatz empfangen. „Wir erwarten rund 1.000 Gäste“, sagt Vorsitzender Jan Hartendorf.  Zum Jubiläum wird es in der Schützenhalle eine Ausstellung zur Geschichte des Vereins geben. Auch das Buch „Borwede – Ein Dorf und seine Menschen“, in dem die Geschichte ausführlich dokumentiert ist, wird es an diesem Tag zu kaufen geben. 

Generalversammlung 2026
 

Ein volles Jahr mit spannenden Veranstaltungen liegt hinter dem Schützenverein Borwede und Umgebung, ein ebenso ereignisreiches Jahr steht an – das machte Vorsitzender Jan Hartendorf am Sonnabend während der Generalversammlung im Vereinslokal Witte deutlich. In sein Jubiläumsjahr geht der 1901 gegründete Verein sowohl personell als auch finanziell gut ausgestattet.

297 Mitglieder zählt der Schützenverein. 18 Neuaufnahmen stehen nur vier Austritten gegenüber – eine positive Bilanz. Auch finanziell sieht es gut aus, bilanzierte Kassenwartin Dörte Mattheis: Da der Beitrag erhöht worden war und der Verein mehr Mitglieder gewinnen konnte, steht nach einem leichten Minus im vergangenen Jahr jetzt wieder ein Plus im Kassenbericht. Der von den Kassenprüfern Nick Martens und Mario Lachmann beantragten Entlastung des Vorstandes stimmte die Versammlung einstimmig zu.

Genauso gut sieht es personell aus: Der Vorsitzende Jan Hartendorf, der zweite Vorsitzende Detlef Köstermann, die Rechnungsführerin Dörte Mattheis und der Schießsportleiter Sebastian Ehlers sowie seine Stellvertreter Nadine Baumann und Conrad Martens genießen das Vertrauen der Schützen und wurden einstimmig wiedergewählt. Schriftführerin Stefanie Dahms dagegen verabschiedete sich aus dem Vorstand: Nach 15 Jahren stellte sie ihren Posten zur Verfügung. „Du hast immer nur 120 Prozent gegeben – auf Steffi war immer Verlass“, betonte Ehrenvorsitzender Fred Schütte. „Steffi, ganz vielen Dank, dass Du das so lange gemacht hast“, sagte Hartendorf. „Es ist ein Amt, das wirklich nicht ganz leicht ist, ein großes Amt.“ Deshalb wird es nun ergänzt: Die Versammlung wählte einstimmig Julia Wellhausen zur ersten Schriftführerin und Sophia Hartmann zur zweiten Schriftführerin – das Vorstandsteam geht also gut gestärkt ins neue Schützenjahr. Abschied nehmen hieß es auch von der Festausschuss-Vorsitzenden Carola Ansorge, der amtierenden Königin des Vereins. Auch ihr dankte Hartendorf für ihr mehr als zehnjähriges Engagement. „Du hast immer spitzenmäßiges Essen gemacht, hast Leute mobilisiert, hattest viele Ideen, Tatendrang und Ehrgeiz.“ Ansorge hatte schon im vergangenen Jahr Isabell Lachmann, Sophie Bittner und Thorben Heimsoth im Festausschuss zur Seite. Zur neuen Festausschuss-Vorsitzenden wurde Isabell Lachmann gewählt, Steffen Bickert ergänzt den Ausschuss in Zukunft. Als Kassenprüfer schied Nick Martens aus, neu gewählt wurde Stefanie Dahms. „Das kriege ich noch hin“, kommentierte sie. Zudem geht der Verein mit der Zeit: Die Schützen bestimmten Janina Bellersen zur neuen Social-Media-Beauftragten. Die Instagram-Videos als Werbung für Schützen- und Oktoberfest im vergangenen Jahr waren gut angekommen und hatten eine große Reichweite. Auch die Jungschützen hatten mehrere Videos gedreht. „Wir hatten bei den Festen und auch bei den Vorbereitungen darauf eine starke Beteiligung“, resümierte Sprecherin Emmy Ehlers. „Wenn es ums Feiern geht, können wir uns auf eine hohe Beteiligung verlassen – bei anderen Terminen ist das leider anders.“ Diese Erfahrung macht aber nicht nur die Jungschützenabteilung, sondern gilt für den gesamten Verein. Veranstaltungen wie Frühjahrs- und Herbstschießen oder die Doppelkopf- und Rommee-Abende sind weniger gut besucht. Nach kurzer Diskussion beschloss die Versammlung, an den Veranstaltungen trotzdem festzuhalten und warb für die geselligen Abende, beim Schießen verbunden mit Essen.

Neben den Ehrungen für langjährige Mitglieder (siehe unten) hatte Hans-Ulrich Wolle, Vorsitzender des Kameraden- und Schießsportverbands Weser-Ems, einige Auszeichnungen dabei: In Anerkennung ihrer besonderen und hervorragenden Dienste bekamen Cord Schröder und Frank Ehlers das Verdienstkreuz am schwarz-rot-goldenen Band, Maik Dahms bekam die goldene Ehrennadel. Nadine Baumann berichtete aus dem Schießsport, dass Carola Ansorge beim Verbandsschießen um den König der Könige den dritten Platz gemacht hat. Beim Bedingungsschießen gab es die silberne Schnur für Sebastian Ehlers, der auch Vereinsmeister wurde.

Ausgezeichnete, Geehrte, Gewählte und Verabschiedete des Schützenvereins Borwede (v.l.): Frank Ehlers, Rolf Windeler, Stefanie Dahms, Stefan Windeler, Isabell Lachmann, Maik Dahms, Carola Ansorge, Jan Hartendorf, Julia Wellhausen, Jörg Meyer, Sophia Hartmann, Cord Schröder und Detlef Köstermann.

Foto und Text: Charlotte Wolframm

Ehrungen

Bereits seit 60 Jahren ist Heinz Bösking dem Verein treu. 50 Jahre Mitglied sind Detlef Köstermann, Rolf Windeler, Udo Harms-Martens und Uwe Witte. Seit 40 Jahren Mitglied sind Jörg Meyer, Cord Schröder, Margret Schwier und Ulrich Schwier. 25 Jahre im Verein sind Stefan Windeler, Katharina Borchers, Anja Kühl und Christian Brinkmann. Zu Ehrenmitgliedern wurden Dietmar Meyer und Heinz-Dieter Runge ernannt.

 

Das neue Borweder Königshaus 2025/26: Vorsitzender Jan Hartendorf, König der Könige Frank Ehlers, Vizekönig Hans-Ulrich Wolle, Königspaar Carola und Stefan Ansorge, das Jungsschützenkönigspaar Elli Bischoff und Tomas Kolatzki, Vize-Jungschützenkönigin Laura Hotze und Hauptmann Stefan Windeler (v.l.) sowie vorne (v.l.) Vize-Kinderkönigin Leonore Wolframm und das Kinderkönigspaar Fiene Dahms und Conrad Harms.

Foto und Fototext: Charlotte Wolframm

Carola Ansorge ist Jubiläumskönigin

 

Alle Throne in Borwede besetzt

 

Es ist ein Schützenfest der Superlative, das hinter dem Schützenverein Borwede liegt: Knapp 220 Personen marschierten am Sonnabend mit, mit rund 1.000 Gästen feierte der Verein das Stadtschützenfest (siehe gesonderter Bericht) – und jubeln konnte am Sonntagabend Carola Ansorge, die sich die Königswürde sicherte.

Als der Verein am Sonnabend auf dem Hof von Königspaar Frank und Kerstin Ehlers einmarschierte, durfte Hauptmann Manfred Plate eine stolze Zahl verkünden: 217 Schützen, Musiker des Spielmannszugs Natenstedt und Kinder waren angetreten – eine beeindruckende Zahl. „1995 stand ich hier auf dem Hof schon einmal als König“, erinnerte sich Frank Ehlers – genau 30 Jahre später begrüßte er wieder als Majestät das Schützenvolk. Nach der Einkehr bei König Frank Ehlers ging es weiter zu Jungschützenkönig Florian Eickhoff und seiner Königin Rieka Jürgens, anschließend zum Festplatz. Hier begrüßte der zweite Vorsitzende Detlef Köstermann die Schützen und schon einige Gäste. Tränen der Rührung flossen dann bei Manfred Plate: Denn zum letzten Mal begleitete er am Sonnabend das Schützenfest als Hauptmann, nach 22 Jahren im Amt wurde im Januar Stefan Windeler zu seinem Nachfolger gewählt. Offiziell übergab Plate den Hauptmanns-Säbel am Nachmittag an Windeler, wurde vom Verein bejubelt. Bei der Begrüßung der neun Gastvereine zeigten die Borweder dann Durchhaltevermögen, bis auch sie feiern konnten – und das bis spät in die Nacht hinein auch taten.

Am Sonntag waren es dann zum Antreten nicht mehr ganz so viele Schützen wie am Sonnabend, aber immer noch ein beachtlicher Umzug, der zunächst zum Königspaar Frank und Kerstin Ehlers ging, wo die Nachbarn der Majestät das Schützenvolk und den Spielmannszug Scharrendorf-Stöttinghausen wieder bestens bewirteten. Die Kinder ließen bunte Ballons in den Himmel steigen – Frank Ehlers hatte Preise für den am weitesten fliegenden Luftballon ausgelobt. Anschließend ging es zu Kinderkönig Justus Harms mit seiner Königin Dorothea Wolframm. Auf dem Festplatz warteten wieder viele Gäste auf die Schützen und es war Zeit für den Vorsitzenden Jan Hartendorf, dem gesamten Verein und stellvertretend einigen zu danken, die in besonderer Weise für den reibungslosen Ablauf des Festes gesorgt hatten: So bat er Steffi Dahms nach vorne, bei der nicht nur die Fäden der Organisation zusammenliefen, sondern die auch für die Zeltdekoration gesorgt hatte. Cord Schröder, Fred Schütte und Maik Dahms wurden bejubelt, weil sie am Sonnabend bei Schwierigkeiten mit der Stromversorgung vollen Einsatz gezeigt hatten.

Im Mittelpunkt am Sonntag stand aber das Schießen um die Königswürden – um ganz besondere Königswürden. Denn gesucht wurden die Jubiläumskönige – im kommenden Jahr feiert der Verein sein 125-jähriges Bestehen. „Ich kann euch sagen: Es gibt einen neuen König – und das auf allen Plätzen“, verkündete Vorsitzender Jan Hartendorf am Sonntagabend, lauter Jubel war die Antwort. Die ruhigste Hand hatte Carola Ansorge, die gemeinsam mit ihrem Mann Stefan das Schützenvolk durchs kommende Jahr führt und unter Tränen der Rührung vom Schützenvolk gefeiert wurde. Vizekönig wurde Hans-Ulrich Wolle. Jungschützenkönig wurde Tomas Kolatzki, der sich Elli Bischoff zur Königin nahm. Vizekönigin ist Laura Hotze. Bei den Kindern setzte sich Fiene Dahms durch, sie nahm sich Konrad Harms zum Prinzgemahl. Vizekönigin wurde Leonore Wolframm. Den Titel König der Könige sicherte sich Frank Ehlers.

Dass die Borweder Durchhaltevermögen haben, bewiesen sie nach der Proklamation: Noch bis in die Nacht feierten sie zur Musik von DJ Bigfoot, allen voran die neue Königin Carola Ansorge.

Generalversammlung Januar 2025:

Schützenverein Borwede hat nun 280 Mitglieder

 

Vertrauen in den Vorstand / Oktoberfest am 13. September

 

Es wird ein ereignisreiches Jahr für die Mitglieder des Schützenvereins Borwede, das wurde während der Generalversammlung am Sonnabend im Gasthaus Witte deutlich: Der Verein wird in diesem Jahr am 26. Juli das Stadtschützenfest ausrichten, am 13. September lädt er wieder zum Oktoberfest. Der Verein ist aktiv – und hat viele engagierte Schützen in seinen Reihen. Das zeigten auch die Wahlen.

Jan Hartendorf, als erster Vorsitzender ein Jahr im Amt, und Detlef Köstermann als zweiter Vorsitzender wurden von den rund 50 anwesenden Mitgliedern einstimmig wiedergewählt, genau wie Schriftführerin Stefanie Dahms, Rechnungsführerin Dörte Mattheis und Schießsportleiter Sebastian Ehlers. Der wird in Zukunft von Nadine Baumann und Conrad Martens unterstützt, die als 2. und 3. Schießwarte in die Geschäftsordnung mit aufgenommen werden. Der ehemalige erste und jetzige Ehrenvorsitzende Fred Schütte lobte seinen Nachfolger: „Jan hat das erste Jahr wunderbar gemacht. Du hast deinen eigenen Stil und das ist gut so.“ Der Vorstand bedankte sich ebenso bei Schütte, er brachte sich weiter ein, unterstützte seinen Nachfolger. „Das ist auch gut so, sonst wäre es wie kalter Entzug“, flachste Fred Schütte. Eine Ära geht an anderer Stelle zu Ende: Manfred Plate gibt seinen Posten als Hauptmann nach über 20 Jahren ab. Das erklärte er auch mit der Größe der Vorsitzenden: „Ich bin sonst immer mit Fred reinmarschiert, da war ich auf Augenhöhe.“ Zugegeben, Jan Hartendorf überragt seinen Vorgänger um einen Kopf. Zum neuen Hauptmann wurde einstimmig Stefan Windeler gewählt – „das passt größenmäßig auch besser“, kommentierte der. Erster Stellvertreter bleibt Detlef Köstermann, zweiter Stellvertreter ist nun Manfred Plate. Als Zugführer des 1. Zugs hörte Herbert Nordbruch auf, einstimmig gewählt wurde Thomas Hartmann. Den 2. Zug führt jetzt Carola Ansorge, die Susanne Dahms ablöst. Jörg Windeler wurde als Zugführer des 3. Zugs wiedergewählt. Da der bisherige Jugendsprecher Florian Eickhoff die Altersgrenze erreicht hat und nun zu den Altschützen gehört, war auch dieser Posten vakant: Emmy Ehlers, die Florian Eickhoff schon im vergangenen Jahr unterstützte, wurde einstimmig gewählt. Neuer Archivar des Vereins ist Martin Meyer-Hohnstedt, der Jörg Meyer ablöst. Als Festausschussvorsitzende wurde Carola Ansorge wiedergewählt – und sie hat Unterstützung bekommen. Isabell Lachmann sowie die beiden Jungschützen Sophie Bittner und Thorben Heimsoth bilden mit ihr den Festausschuss. Wiedergewählt wurden Kinderbetreuer Daniel Wolframm, Fahnenwart Frank Ehlers und Pressewartin Charlotte Wolframm. Als Kassenprüfer scheidet Philip Hohnstedt turnusgemäß aus, Nick Martens wird im kommenden Jahr mit Mario Lachmann die Kasse prüfen.

Rund 280 Mitglieder zählt der Verein – nicht umsonst ist die offizielle Bezeichnung „Borwede und Umgebung“. Denn das Dorf selbst hat weniger Einwohner als der Verein Mitglieder. 24 neue sind aufgenommen worden, vor allem Jungschützen. Und die Wahlen zeigten: Diese sind engagiert und werden integriert. So kommentierte Jan Hartendorf den neuen Festausschuss: „Die drei sind sehr jung, da ist Potenzial.“

Rechnungsführerin Dörte Mattheis bekam von Hans-Ulrich Wolle, Vorsitzender des Kameraden- und Schießsportverbands Weser-Ems, in Anerkennung ihrer herausragenden Dienste das Verdienstkreuz am schwarz-rot-goldenen Bande verliehen. Manfred Plate wurde vom Verein zum Stabshauptmann befördert.

Die Berichte des Vorstands waren kurz und knackig und zeigten: Der Verein ist aktiv und gut aufgestellt. Doch weil Rechnungsführerin Dörte Mattheis nun im zweiten Jahr einen leichten Verlust verzeichnete, schlug der Vorstand vor, den Beitrag um fünf Euro zu erhöhen – diesem Vorschlag folgten die Mitglieder ohne große Diskussion. Und auch die Entlastung des Vorstands war reine Formsache. Volles Vertrauen genießt der im neuen Schützenjahr, das mit dem Stadtschützenfest und dem Oktoberfest wieder zwei große Ereignisse bereithält.

Vorsitzender Jan Hartendorf (hintere Reihe, links) und zweiter Vorsitzender Detlef Köstermann (rechts) freuen sich über engagierte Mitglieder: Thorben Heimsoth, Isabell Lachmann und Sophie Bittner (vorne v.l.) sind neu im Festausschuss. Emmy Ehlers (vorne 4.v.l.) löst Florian Eickhoff (hinten 2.v.l.) als Jugendsprecher ab. Stefan Windeler (hinten 3.v.l.) beerbt Manfred Plate (vorne 5.v.l.) als Hauptmann. Carola Ansorge (vorne, 3.v.r.) wurde für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt und ist nun Zugführerin des 2. Zugs. Thomas Hartmann (hinten 4.v.l.) ist neuer Zugführer des 1. Zugs und löst Herbert Nordbruch (vorne, 2.v.r.) ab, Dörte Mattheis wurde für herausragende Verdienste geehrt, Martin Meyer-Hohnstedt (hinten 3.v.r.) löst Jörg Meyer (2.v.r.) als Archivar ab.

 

Foto und Text: Charlotte Wolframm

Schützenfest 2024

 

Es war eine Premiere, an deren Ende Jan Hartendorf glücklich strahlte: Zum ersten Mal feierte er das Borweder Schützenfest als Vorsitzender des Vereins – und konnte dabei auf ein Wochenende zurückblicken, das alle Erwartungen übertraf. Mehrere Anwärter kämpften am Sonntag um die drei Königswürden. Am Ende setzte sich Frank Ehlers bei den Schützen, Florian Eickhoff bei den Jungschützen und Justus Harms bei den Kindern durch.

Dass es ein gutes Fest werden würde, zeichnete sich schon beim Antreten am Sonnabend ab: 174 Personen zählte Hauptmann Manfred Plate, die gemeinsam zum regierenden Königspaar Thomas und Nicole Grohn fuhren – mit dem Bus, denn der König hatte zum Umtrunk auf sein Firmengelände an der Justus-von-Liebig-Straße eingeladen. Klar, dass der Mörsener Schützenverein Zoll verlangte. Mit dem Spielmannszug Scharrendorf-Stöttinghausen und einigen Jungschützen aus Bramstedt marschierte das Schützenvolk beim König ein, wurde bestens versorgt, bevor es dann wieder mit dem Bus zur Jungschützenkönigin Isabell Lachmann und ihrem Prinzgemahl Mario ging. Doch die Schützen durften nicht gleich ihren Durst stillen – vorher stand ein Fototermin an. „Das hat bestens geklappt“, freute sich Jan Hartendorf. Alle anwesenden Vereinsmitglieder postierten sich für das große Gruppenfoto – da wurde deutlich, wie stark der Verein ist.

Angekommen am Festzelt, konnten die Vereinsmitglieder mit vielen Gästen ihre Majestäten feiern. Hüpfburg, Karussell und Kinderbelustigung begeisterten die jüngsten Besucher. Es war ordentlich Trubel auf dem Festplatz an der Schützenhalle, der neue Festwirt Splash versorgte die Gäste bestens, ebenfalls eine gelungene Premiere. Und natürlich durften auch Eis, Bratwurst, Schießbude und Süßigkeitenstand nicht fehlen. Am Abend marschierte dann der Schützenverein Drentwede ein, die Party mit der Band „Sunset Four“ startete. Die amtierenden Majestäten ließen sich feiern – und der guten Stimmung konnte auch der ausgiebige Regen am Abend nichts anhaben, schließlich tummelten sich so alle Besucher im Zelt, da war es warm und trocken. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt, als der Spielmannszug Natenstedt am späten Abend spielend aufs Zelt zog – so frenetisch umjubelt werden die Musiker wohl auch selten.

Am Sonntag ging es für die Schützen dann erneut zu König Thomas Grohn und später weiter zu Kinderkönigin Hanne Laackmann, die mit ihrem Prinzgemahl Jannes Ansorge das Schützenvolk empfing. Der Spielmannszug Natenstedt begleitete den Ausmarsch. Auf dem Festplatz war dann wieder volles Programm, gespannte Blicke gingen vor allem zum Schießstand, wo die neuen Majestäten ausgeschossen wurden. „Es wurde auf alle drei Königstitel scharf geschossen“, sagte Jan Hartendorf – heißt, alle drei Titel waren heiß begehrt. Am Ende setzte sich bei den Schützen Frank Ehlers durch, der seine Frau Kerstin zur Königin nahm. „Ich freue mich riesig, dass das geklappt hat“, sagte Frank Ehlers – der schon zum vierten Mal in Borwede regiert. 1976 war er Kinderkönig, 1987 Jungschützenkönig und 1995 – zum 30. Geburtstag – König. Nun darf er 2025, genau 30 Jahre später, wieder als König das Schützenvolk führen. Vizekönig wurde Jannick Wehmeyer. Den Titel des Jungschützenkönigs sicherte sich Florian Eickhoff, der Rieka Jürgens als Königin an seiner Seite hat. Vize-Jungschützenkönig wurde Sebastian Ehlers. Justus Harms errang den Titel des Kinderschützenkönigs. Er nahm sich Dorothea Wolframm zur Königin. Vize-Kinderkönigin ist Lenia Döpke. König der Könige wurde Lars Hotze. Und nach der Proklamation hieß es dann: Weiterfeiern! DJ Bigfoot sorgte am Sonntag für die passende Musik, so dass die Schützen und ihre Gäste noch lange das Wochenende ausklingen lassen konnten. Mittendrin: die strahlenden Majestäten und der neue Vorsitzende Jan Hartendorf, der sich schon jetzt auf die kommenden Jahre freut: 2025 wird in Borwede Stadtschützenfest gefeiert, 2026 dann das 125-jährige Jubiläum des Vereins.

 

 

Text: Charlotte Wolframm

Das strahlende Königshaus 2024/25: König Frank Ehlers mit seiner Königin Kerstin (5. und 6. v.l.), Jungschützenkönig Florian Eickhoff mit seiner Königin Rieka Jürgens (2. und 3. v.l.), das Kinderkönigspaar Justus Harms und Dorothea Wolframm (vorne v.l.), Vizekönig Jannick Wehmeyer (3.v.r.), Vize-Jungschützenkönig Sebastian Ehlers (4.v.l.), Vize-Kinderkönigin Lenia Döpke (vorne rechts), König der Könige Lars Hotze (2.v.r.) mit Hauptmann Manfred Plate (links) und Vorsitzendem Jan Hartendorf (rechts). 

 

Foto und Fototext: Charlotte Wolframm

Das Schützenfest 2026 findet am Sonnabend/Sonntag, 25./26. Juli 2026 statt!

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